Unser Verein

Als die 1901 in Deutschland eingeführten Rhodeländer ihrem weltweiten Siegeszug antraten, dauerte es nur bis kurz vor dem ersten Weltkrieg, als u.a. der Lehrer August Schlegel, Eilenburg/Sachsen und der Preisrichter Otto Schwartz, Groß-Rüden die ersten Zwerg - Rhodeländer der breiten Öffentlichkeit vorstellten.

Jedoch erst ab 1918/19 begannen mehrere Züchter eine intensive planmäßige Zuchtarbeit. Am 07. Oktober 1928 fand die Gründungsversammlung des Sondervereines in Leipzig auf Initiative von Walter Moritz, Eilenburg und Georg Schank, Buer, statt. Artur Eugling, Leipzig wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt.
In den ersten Jahren nach der Gründung verfaßte Walter Moritz Artikel, die den Züchtern als hilf- und lehrreiche Nachschlagewerke dienten und zukunftsorientierte Darstellungen enthielten, so u.a. die erste Musterbeschreibung.
Von 1930-1933 verfügte der SV sogar über eine eigene Verbandszeitung, die monatlich erschien. In dieser Zeit begannen die großen Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Farbe unserer Zwerge. So traf Walter Moritz die Feststellung „ohne Schwarzfarbstoff geht’s nimmer“, während die Züchter um Georg Schank auf reine rote Farbe die Zucht auslegten.
1933 gelang die Vereinigung der zerstrittenen Gruppen unter dem neuen ersten Vorsitzenden Wilhelm Freitag, Buer und trug fortan den Namen „Verband Deutscher Zwerg- Rhodeländer - Züchter“. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß der reinrote Typ den Vorzug erhielt. Das höchste Meldeergebnis wurde 1935 anläßlich der Reichsschau in Essen mit 220 Zwerg - Rhodeländern vor dem zweiten Weltkrieg erzielt.
Durch die Teilung Deutschlands bildeten sich zwangsläufig zwei Vereinigungen, der Sonderverein (SV) im westlichen und die Spezialzuchtgemeinschaft (SZG) im östlichen Teil Deutschlands, die aber immer Kontakt pflegten und so in züchterischer Hinsicht relativ deckungsgleich arbeiteten.
Neben den immer noch reinrot geforderten Exemplaren legte man Wert auf möglichst kleine Tiere mit Urzwerg-Charakter, vor allem in der BRD. Langjährige Vorsitzende waren Ferdinand und Heinz Hanstein, Wilhelmshaven im SV und Wolfgang Gerbeth, Grünbach und Rolf Lange, Geithain in der SZG. Die Kontaktperson war hauptsächlich der Preisrichter Kurt Rother aus Leipzig.
Die zücherische Phase prägte besonders Josef Westendorf, Lohne, der Unmengen an Küken und Zuchttieren abgab und somit die Vergrößerung des Züchterkreises bewirkte und für lawinenartige Verbreitung sorgte. In den 60er Jahren ging man allmählich von der Urzwerg-Theorie ab und entdeckte wieder die Notwendigkeit des Schwarzfarbstoffes bei den Zwerg - Rhodeländern. 1977 gelang ein bisher ungebrochener Rekord von 1023 gezeigten Zwerg - Rhodeländern zur Hauptsonderschau in Kirchhain.
Die Vereinigung aller Zuchtfreunde im Sonderverein der Zwerg - Rhodeländer-Züchter erfolgte am 13. Oktober 1990 ebenfalls in Kirchhain. Der erste Vorsitzende der SZG, Rolf Lange und der erste Vorsitzende des SV, Ernst-Dieter Lammers verkündeten anläßlich der Hauptsonderschau vor großem Publikum den Willen zur Vereinigung, die auch sehr rasch freundschaftlich erfolgte. Die alte Hochburg Mitteldeutschland ist somit eine weitere tragende Säule im SV geworden.
In der Zucht erfolgte nun der erforderliche Schritt nach der Devise „der besten langgestreckten Rechteckform den Vorzug geben“ und „ohne sattes Schwarz in den Steuer- und Sichelfedern keine hohe Bewertungsnote“.
Durch die rassetypische Ausrichtung in bezug auf Formentiere wurde natürlich die Größe und zwangsläufig auch das Gewicht etwas großzügiger behandelt. Das entspricht aber der Grundlinie und steht einer verzwergten Rasse gut zu Gesicht, besonders den rechteckförmigen Zwerg - Rhodeländern.
Ein Verkennen dieser Notwendigkeit oder gar ein Zurückdrehen der „Schraube“ würde den Rückgang der Zucht bedeuten, insbesondere die Forderung, eine entsprechende Legeleistung von rund 200 Eiern im Jahr mit einem Mindestgewicht von 45 Gramm erweiterte nicht nur den Liebhaberkreis, sondern bei Zuchtbuchausstellungen (Nationale Frankfurt 1996 und Dortmund 1997) erzielten in den letzten Jahren Zwerg - Rhodeländer die Spitzenplatzierungen.
Mit Fug und Recht kann man behaupten, daß die Zwerg - Rhodeländer die Einheit von Leistung und Schönheit im hohen Maße bereits verkörpert.